Während die Compagnie sowie ein Teil der Verwaltung im Februar für vier Wochen auf Tournee in Japan waren, blieben einige Mitarbeiter und natürlich die Ballettschule in Hamburg und hielten hier »die Stellung« – das Leben geht schließlich weiter, die Schülerinnen und Schüler müssen ihre Ausbildung fortsetzen und auch in der Dramaturgie gab es beispielsweise einiges zu tun, beispielsweise die Vorbereitung der Neuauflage des »Nijinsky«-Programmheftes. Bei mir in der Pressestelle mussten ebenso Anfragen bearbeitet, Termine vorbereitet und koordiniert werden und so weiter.
Jetzt befinden wir uns in der zweiten Woche der an die Tournee anschließenden Ballett-Ferien. Das heißt, es gibt keine offiziellen Proben und keine Vorstellungen – eine Möglichkeit für die Tänzer, neue mentale und physische Kräfte zu sammeln, um dann gestärkt in den zweiten Teil der Spielzeit zu starten. Die sind nach der intensiven Zeit in Japan auch nötig.
Im Ballettzentrum in Hamburg-Hamm ist es daher momentan recht ruhig – aber nicht so ausgestorben, wie man meinen möchte! Ich kann mich beispielsweise ohne den üblichen Stress konzentriert den tagtäglichen Arbeiten widmen und gelegentlich sogar Dinge erledigen, die liegen geblieben sind, weil ich im Trubel des normalen Betriebes der Spielzeit einfach nicht dazu komme.
Dass die Compagnie nicht probt, bedeutet für die Ballettschule ungeahnte Möglichkeiten. In vielen Ballettsälen haben bereits jetzt intensive Proben für die kommenden Schulaufführungen begonnen, die am 19. April in Stade und am 4. Mai in der Hamburgischen Staatsoper stattfinden. Da die Säle nicht so ausgelastet sind wie normalerweise, kann jetzt intensiv geprobt werden.
Auch die ersten Mitglieder der Compagnie sind bereits wieder aufgetaucht. Einige lassen sich selbst von den »offiziellen« Ferien nicht davon abhalten, zu trainieren, sich auf kommende Rollen vorzubereiten oder sich eigenen kreativen Projekten zu widmen.
Die Theaterklassen bereiten sich außerdem auf ihre »Compo-Prüfung« vor: Sie entwickeln eigene Choreografien und studieren sie ein. Auch das geht natürlich am besten, wenn keine normalen Proben der Compagnie stattfinden. Die Bewertung der Composition bildet dann einen Teil ihrer Abschlussnote. Aus den Sälen tönen die unterschiedlichsten Musikarten…
Bis zur nächsten Woche müssen all diese Projekte abgeschlossen sein: Dann beginnt die intensive Vorbereitung auf die beiden Vorstellungen von »Nijinsky« am 26. und 27. März. Da wird es dann kaum einen freien Ballett-Saal geben…
So richtig Ballettferien gibt es also nur zum Teil – vor allem bedeuten sie etwas Freiraum von der üblichen Routine.
Andrea C. Röber, Assistentin Presse und Kommunikation
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