Der Fernsehsender Arte produziert ein dokumentarisches Doppelporträt über Vaslaw Nijinsky und John Neumeier mit dem Arbeitstitel »Poesie Grenzenlos – Nijinsky & Neumeier: Zwei Choreographen, ein Jahrhundert«, das voraussichtlich Weihnachten 2009 gesendet wird. Dafür dürfen natürlich wichtige Szenen aus John Neumeiers Ballett »Nijinsky« nicht fehlen. Wir haben es eingerichtet, dass während einer regulären Vorstellung mit insgesamt drei Kameras gedreht werden kann – aus der letzten Reihe im Parkett sowie von der Seite im Zuschauerraum. Am 3. April waren die Regisseurin, Annette von Wangenheim, und ihr Team zum Dreh in der Hamburgischen Staatsoper. Zusammen mit Nicolas Hartmann von der Betriebsdirektion habe ich mich von Seiten der Pressestelle darum gekümmert, dass alles möglichst reibungslos abläuft – dass alles funktioniert und sich niemand in den verwinkelten Gängen hinter der Bühne verirrt.
Nachdem alles entladen war, alle Kameras aufgebaut, alle Monitore im Regieraum eingerichtet, alle Kabel verlegt waren und alle Verbindungen funktionierten, mussten wir noch einen kleinen Interview-Raum einrichten. Die Ballett-Ausschnitte sollen später in der Dokumentation durch Kommentare der jeweiligen Nijinsky-Tänzer ergänzt werden – was für die Rolle für sie bedeutet, wie sie sich ihr angenähert haben, ihre Sicht auf die historische Person... Diese Interviews mit Lloyd Riggins und Otto Bubenícek, die Nijinskys Rollen »Petruschka«, den »Faun« und den »Goldsklaven« tanzen, sowie natürlich Alexandre Riabko als Nijinsky sollten unmittelbar vor und nach der Vorstellung stattfinden – damit die Verbindung zwischen Rolle und Interpreten noch ganz eng ist.
Überhaupt einen Raum zu finden, war gar nicht so einfach: In der Staatsoper gibt es kaum Räume, die vor und nach der Vorstellung nicht gebraucht werden (und in denen zudem noch Licht und Hintergrund passen). Da wir bei »Nijinsky« zum Glück keine Sänger benötigen, haben wir es uns in einem der Einsingzimmer auf der »Herrenseite« (also vom Zuschauerraum auf der rechten Seite hinter der Opernbühne) eingerichtet. Es war zwischen Garderobentisch und Flügel zwar eng, aber gemütlich. Da Lloyd erst im zweiten Teil seinen Auftritt hat, fand sein Interview vor der Vorstellung statt, Otto und Alexandre waren danach dran. Alles klappte letztlich perfekt: Um 23.45 Uhr waren Vorstellung und Interviews im Kasten und die gesamte Ausrüstung wieder abgebaut. Schade: Für die Interviews musste ich leider den Raum verlassen – das hätte zu sehr abgelenkt, weil es so eng war. Ich freue mich aber schon darauf, die Interviews auf Film zu sehen!
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