Von Elisa Müller
Das erzählt Angela Hoff-Podgorsky aus der Maske des Hamburg Ballett und unterstreicht: »Beim Ballett muss die Frisur stramm und fest sitzen, notfalls mit 20 Nadeln und einer Flasche Haarspray. Da ist es gut, dass die Tänzerinnen streng geknotete Frisuren gewohnt sind.« Zusammen mit ihrem Kollegen ist Hoff-Podgorsky für die Veränderungen von Haut und Haaren der Tänzer verantwortlich. »Ich stecke Frisuren und bereite spezielle Haarteile und Perücken vor. Außerdem übernehme ich das Schminken von Narben und Verletzungen. Das Gesichts-Make-up trägt jede Tänzerin nach einer Vorbesprechung selbst auf. Vor einer Vorstellung stecke ich innerhalb von drei Stunden fünf bis sechs Solistinnen die Haare.«
Zur Vorbereitung auf die Wiederaufnahme von »Sylvia« wendet Hoff-Podgorsky eine ihr geläufige Vorgehensweise an: »Ich studierte zunächst die sogenannten »Kontenden«. Dies sind Texte und Bilder welche Maske und Frisuren jedes Stückes genau beschreiben. Einen Monat vorher verschaffe ich mir so einen Überblick über die Details der verschiedenen Rollen. Sobald die Besetzungsliste herausgegeben ist, gleiche ich die Rollen mit den Haarlängen der Tänzerinnen ab. Dabei kläre ich, ob spezielle Anfertigungen von Haarteilen nötig sind oder ob ich sie dem Fundus entnehmen kann. Gleichzeitig kontrolliere ich, ob fehlende Farben für die Schminkausstattung ersetzt werden müssen.« Diese professionelle Vorbereitung lohnt sich, denn viel Zeit zum Ausprobieren bleibt nicht. Es finden nur zwei Bühnenproben in Maske und Kostüm statt, bevor das Ballett gezeigt wird. Doch Hoff-Podgorsky ist unbesorgt: »Sylvia und Diana, die beiden Hauptrollen, tragen nur offene Haare. Ein leichtes Spiel für mich. Den Tänzerinnen der Waldszenen erkläre ich, wie sie den grünen Strich über die Augen schminken müssen. Den Jagdgefährtinnen Dianas stecke ich Lederkappen so am Kopf fest, dass sie diese später leicht auf der Bühne abnehmen können. Die einzige Schwierigkeit im Ablauf des Abends könnte der Frisurenwechsel während der Pause bedeuten: zwanzig Minuten, um Hochsteckfrisuren für vier Solistinnen herzurichten!«
Hoff-Podgorsky ist dennoch gelassen denn sie weiß, dass die Tänzerinnen immer kooperativ sind und mithelfen wo sie können. »Irgendwie ist immer alles machbar, und wenn es einmal geklappt hat, dann läuft es beim zweiten Mal schon wie von selbst«, sagt sie. Dabei wird auch klar, warum sie ihren Beruf so gerne ausübt: »Die Arbeit mit diesen jungen, beweglichen und dynamischen Tänzerinnen macht einfach Spaß.«
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