von Elisa Müller
Herrlich war nicht nur das Wetter, sondern auch der Ausblick, den 140 Gäste bei der fünften Gala der Freunde des Ballettzentrums Hamburg auf dem Süllberg hatten. Alle zwei Jahre findet dieses Ballett-Benefiz-Dinner statt, dessen Erlös der Ballettschule des HAMBURG BALLETT zufließt. Insgesamt kamen an dem Abend 70.000 Euro zusammen. Freudig über diese außerordentliche Unterstützung erklärte Ballett-Intendant John Neumeier: »Es ist schön die Unterstützung so vieler Förderer zu haben. Nur so ist es möglich, dass als Kriterium für die Aufnahme eines Schülers oder einer Schülerin einzig und allein körperliche Eignung und tänzerisches Talent gelten, nicht etwa ihr eigenes finanzielles Potenzial.«
Schon beim Empfang verzauberten Schüler der Theaterklassen mit einer Art choreographischer Vernissage. Nicht nur auf der Terrasse, sondern auch auf den Treppen wogte und bebte es von Tänzerpaaren, die Frauen in eleganten roten Cocktailkleidern, die Männer in Smoking. Unerschrocken erforschten sie in mutigen Improvisationen neues Terrain und elektrisierten die Ankommenden durch ihre Verschmelzungen mit der Natur.
Derartig tänzerisch eingestimmt und belebt, nahmen die Gäste im festlich geschmückten Ballsaal Platz, wo sie John Neumeier begrüßte: »Heute ist für mich ein sehr wichtiger Tag, denn ohne die Unterstützung der Freunde des Ballettzentrums wäre die Talentförderung, wie wir sie in den letzten Jahren ermöglichen konnten, finanziell nicht tragbar gewesen. Ich bin voller Dank für jede Zuwendung und den unermüdlichen Einsatz mit dem Sie alle sich für die Ballettschule einsetzen.« In gleicher Weise unterstrich Schirmherrin und Kultursenatorin Karin von Welck: »John Neumeiers Arbeit mit seiner Compagnie und Schule stellt eine einzigartige künstlerische Bereicherung für die Stadt Hamburg dar. Leider ist jedoch die Förderung durch die Stadt zwar zu großen Teilen, nicht jedoch in vollstem Umfang möglich, weswegen die Arbeit des Freundeskreises, der seit 1982 den Ballettnachwuchs fördert, umso mehr von unschätzbarem Wert ist.«
Weiter im Programm ging es mit einer Einführung von Neumeier und den Tänzen zum Motto des Abends und der Spielzeit – den Ballets Russes. Im Wechsel mit verschiedenen Menügängen folgten nun Darbietungen, in denen alle glänzten - die kleinen wie die großen Stars. Zunächst zeigten die Jüngsten in leuchtend gelben Kostümen einen »Sonnentanz« und brachten so das Licht der Abendsonne in den Saal hinein. Daraufhin zeigten Schüler der Theaterklassen mit dem »Ammentanz« und dem »Kutschertanz« aus Petruschka, welch eine Lebenslust in diesen folklorisch inspirierten Tanzformen steckt. Ganz im Gegensatz dazu standen die drei Kompositionen von Schülern der Abschlussklassen, die lebhaft deren choreografisch-kreatives Potenzial zeigten.
Mit den Tänzern der Compagnie konnten sich die Gäste nicht nur im Tischgespräch austauschen, sondern diese ebenso in einer Auswahl an Ballettauszügen auf der Bühne bewundern. Carolina Agüero, Leslie Heylmann und Alexandre Riabko gaben mit dem Pas de trois aus Neumeiers Neuschöpfung »Le Pavillon d’Armide« einen exklusiven Einblick in diese Kreation, die am 28. Juni in der Hamburgischen Staatsoper zur Premiere gebracht wird. Auch die folgenden Darbietungen der Compagnie waren dem Programm der Ballett-Tage entnommen. So gaben die Tänzer bewegende Interpretationen von Auszügen aus »Josephs Legende / Verklungene Feste«, »Daphnis und Chloë« und »Nijinsky«.
Alexandr Trusch und Mariana Zanotto © Kiran West
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