von Elisa Müller
Drei Wochen nach der feierlichen Eröffnung der Ausstellung »Tanz der Farben. Nijinskys Auge und die Abstraktion« lud das Zeit Magazin zum Gespräch mit John Neumeier und Kunsthallen Direktor Hubertus Gaßner in der Hamburger Kunsthalle ein. Christoph Amend, Chefredakteur des Magazins, moderierte die Diskussionsrunde, zu der etwa 200 Leute gekommen waren.
John Neumeier, Christoph Amend und Hubertus Gaßner / © Sina PreikschatLebhaft beschrieb Neumeier, wie es zu der Ausstellung kam, die eine außergewöhnliche Zusammenarbeit der Stiftung John Neumeier mit der Hamburger Kunsthalle darstellt: »2006 erfuhr ich, dass die Familie Nijinskys ein Konvolut von 79 Zeichnungen, welche Nijinsky in den letzten zwei Jahren vor dem Ausbruch seiner Krankheit angefertigt hatte, zum freien Verkauf anbot. Als ich diese Serie von Zeichnungen sah, wurde mir klar, dass Nijinsky ein ebenso wunderbarer bildender Künstler wie ein begnadeter Tänzer war. Glücklicherweise sah Herr Gaßner das auch so.«
Neumeiers Sammelleidenschaft konzentrierte sich zeitlebens auf jede Art von künstlerischen und literarischen Werken zu Nijinsky und zur Ballettgeschichte im Allgemeinen. Es war der Wunsch der Welt des Tanzes näher zu kommen, der den 11-jährigen damals in einer Bibliothek von Milwaukee das Buch »The Tragedy of Nijinsky« entdecken ließ. Dies war ein Schlüsselereignis, denn heute besitzt Neumeier die umfassendste Sammlung zu Nijinsky, den er in vielerlei Hinsicht für den »größten Künstler des 20. Jahrhunderts« hält.