Am 29. September um 19 Uhr war es soweit: Die erste Vorstellung von Neumeiers »Tod in Venedig« in der Lagunenstadt begann. Das »Fenice« war fast ausverkauft. Elegante Venezianerinnen wandelten neben Touristen durch die Pausenräume des Theaters, RAI, das italienische Fernsehen, ließ sich den Abend ebenso wenig entgehen, wie viele Hamburger Fans und nicht zuletzt auch das Hamburger Abendblatt.
© Holger Badekow
Mit gespannter Stille verfolgten die Zuschauer Neumeiers Annäherung an Thomas Manns Totentanz, bevor nach zwei Akten und zweieinhalb Stunden der Applaus losbrach. Das venezianische Publikum, normalerweise für seine Zurückhaltung bekannt, bejubelte Lloyd Riggins als Aschenbach und das Ensemble. Ein rundum gelungener erster Abend.
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Mit strahlendblauem Himmel und mediterraner Wärme empfängt uns Venedig. La Serenissima at its best. Die Einzigartigkeit dieser Stadt ist so zwingend, so deutlich, dass auch wir uns ihrer besonderen Aura nicht entziehen können. Erst recht nicht, wo wir doch hergekommen sind, um »Tod in Venedig« im berühmten »La Fenice« zu zeigen. Das Ballett John Neumeiers, das wie kaum ein anderes die Liebe zum Leben beschwört. Wir alle fühlten uns bei der Ankunft ein bisschen wie Aschenbach, auf der Suche nach Inspiration, hin und hergerissen zwischen appolinischem und dionysischem Weltbild, und überwältigt von der Schönheit der Stadt. Es ist bereits das dritte Mal, dass das Hamburg Ballett in Venedig gastiert, nach einem Beitrag zu Maurice Béjarts Tanzfestival »Danza 75« im Jahr 1975, bei dem wir unter anderem Mahlers Dritte Sinfonie auf dem Markusplatz und Le Sacre im Fenice getanzt hatten sowie einem Gastspiel im Jahr 1983 mit dem Sommernachtstraum im »Fenice« und der »Matthäus-Passion« im der Kirche »San Giovanni e Paolo«.
© Jean-Jacques Defago
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von Merle-Sophie Röhl
»Wir konnten gar nicht alle Besucher reinlassen, so viele wollten unsere Aufführungen sehen!« Ulrike Schmidt, Betriebsdirektorin des HAMBURG BALLETT und Mitglied des Vorstandes der Hamburger Theaternacht e.V., war überwältigt von dem Andrang, den die Staatsoper am 12. September erlebte. Zur 6. Hamburger Theaternacht zogen 42 Bühnen über 15.000 Besucher an. Von sieben Uhr abends bis nach Mitternacht boten Schauspieler, Tänzer und Musiker ein einzigartiges Theatererlebnis. Viele, die keinen Platz mehr in der Oper bekamen, versammelten sich vor der Großbildleinwand im Biergarten, dem Kalkhof und verfolgten hier die Übertragung des Programms aus dem großen Haus. Andere nutzten die Chance, die Ballettschule des HAMBURG BALLETT zu sehen, die sich auf der Probebühne 1 präsentierte. Schülerinnen und Schüler der Theaterklassen im Alter von 16 bis 19 Jahren probten dort öffentlich für »Yondering«, ein Ballett von John Neumeier, kreiert zu der Musik von Stephen C. Foster.
© Staatsoper
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