Nur vier Tage sind wir in St. Petersburg, viel zu kurz, um einen wirklichen Einblick in unsere Arbeit geben zu können und viel zu kurz, um das Petersburger Publikum zu verstehen. Sollte man meinen. Doch vielleicht liegt es gerade an der Kürze des Besuchs, dass wir unseren Aufenthalt so intensiv wahrnehmen.
Anlass der Reise ist das Tanzfestival Diaghilev P.S., zu Ehren des 100-jährigen Jubiläums der Ballets Russes. Diaghilevs berühmte Compagnie kommt aus St. Petersburg. Aber nicht nur das: Auch Petipa wirkte hier und Tchaikowsky schrieb in Petersburg seine berühmten Ballettkompositionen. Keine andere Stadt ist für die Geschichte des Balletts von ähnlicher Bedeutung. Umso größer war für uns die Ehre, das Festival eröffnen zu dürfen. Mit drei ganz besonderen Choreografien treten wir hier auf: Pavillon d’Armide, Vaslav und Le Sacre. Alle drei Stücke zeigen Neumeiers Auseinandersetzung mit den Ballets Russes, seine lebenslange Bewunderung für Vaslav Nijinsky und seine Hoffnung, die Leistungen Serge Diaghilevs weiterführen zu können. Folgerichtig bezeichnete er sich selbst in seiner Ansprache vor der Premiere am Montag als »eine Art deutsch-amerikanischer Diaghilev aus Milwaukee«, der bis heute versucht, das Wirken der Ballets Russes in das 21. Jahrhundert fortzuschreiben.
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