von Karina Voigt
Am vergangenen Samstag fand in der Hamburgischen Staatsoper ein kleines Jubiläum statt: Das HAMBURG BALLETT tanzte zum 250. Mal John Neumeiers beliebte Choreografie »Der Nussknacker«. Doch von Routine spürte man an diesem Abend vor und hinter der Bühne nichts.
Die Gruppentänzerin und ehemalige Schülerin der Ballettschule John Neumeier, Florencia Chinellato, konnte bei der Jubliäumsvorstellung zum ersten Mal in diesem Jahr die Rolle der Marie übernehmen. Bereits am Freitag war sie sehr aufgeregt »Es ist eine große Ehre diese Rolle tanzen zu dürfen, insbesondere bei der 250. Vorstellung«, erzählte sie. Und fügte hinzu, dass sie bereits als Elevin der Ballettschule des HAMBURG BALLETTs davon geträumt habe, einmal als Marie auf der Bühne zu stehen. »Diese Rolle ist so vielschichtig – man muss nicht nur eine schwierige Choreografie tanzen, sondern auch schauspielern. Und es gibt unglaublich viele Kleinigkeiten, auf die man achten muss!«, begründet Florencia Chinellato den Reiz dieses Charakters, aber auch die Herausforderung bei seiner Erarbeitung.
Um 19.15 Uhr am Samstagabend war die Vorfreude auf die 250. Aufführung hinter der Bühne der Hamburgischen Staatsoper gut zu spüren: Während man an den fünf Monitoren über dem Inspizientenpult sah, wie sich der Zuschauersaal langsam füllte, gingen einige der Tänzer zwischen den Kulissen noch ein letztes Mal ihre Schritte durch. Einer schlug im Scherz vor, selbst eine Ansprache zur 250. Vorstellung zu halten. Lachen. Dann nahmen die Tänzer ihre Positionen ein. Konzentration und Stille.
Pünktlich um 19.30 Uhr gab Dirigent Simon Hewett den Hamburger Symphonikern das Zeichen zum Beginn der Musik von Peter I. Tschaikowsky. Kurz darauf erhob sich der Vorhang und zeigte Florencia Chinellato, die sich inzwischen in Marie verwandelt hatte. Die Aufregung im Publikum war spürbar. Aber nicht die Tänzerin war aufgeregt, sondern die kleine Marie, die ihren 12. Geburtstag feiert und von Ballettmeister Drosselmeier mitgenommen wird auf eine Reise durch seine Ballette. Und auch das Publikum wird mitgenommen auf diese Reise, die nach zweieinhalb Stunden mit einem stürmischen Applaus endete.
Als um kurz nach zehn der letzte Vorhang fiel, umarmten sich die Tänzer hinter der Bühne erleichtert: Eine tolle Jubiläums-Vorstellung.
Me alegra que Florencia pueda mostrar lo que ha logrado gracias a su esfuerzo
Kommentiert von: Silvia | 13. Januar 2010 um 00:34 Uhr