von Karina Voigt
Diese Woche fing im Ballettzentrum sehr spannend an: »Scholz & Friends«, eine von Europas größten und renommiertesten Werbeagenturen, hat für das HAMBURG BALLETT eine Image-Kampagne entworfen. Diese wird zu Beginn der nächsten Spielzeit einige deutsche Städte in Plakatform zieren. Damit die Kampagne auch das HAMBURG BALLETT zeigt, wurden einige der Tänzerinnen und Tänzer am Montag und Dienstag für die Plakatmotive fotografiert.
Vor etwa zwei Wochen hatte Presse- und Marketing-Leiterin Anna Schwan Entwürfe von »Scholz & Friends’« Image-Kampagne vorliegen und zeigte sie den Tänzern, um unter ihnen freiwillige Fotomodelle zu finden. Fast 20 Tänzer erklärten sich spontan bereit, einen Teil ihrer Freizeit im Ballettsaal zu verbringen und einmal in die Welt der Werbefotografie einzutauchen. Und – soviel kann man schon einmal verraten: Es hat sich gelohnt, die Fotos sehen großartig aus!
Cranko – der Saal, in dem das Fotoshooting stattfand – war am Montag nur noch mit Mühe als der Ballettsaal zu erkennen, in dem jeden Tag die Ballettschüler trainieren: Mitten in den Raum hatte das Team des Fotografen Dirk Messner ein Fotostudio gezaubert, neben dem Flügel hatte sich der Stylist Tobias Sagner ein Kosmetikstudio eingerichtet, auf der anderes Seite befand sich ein Catering-Tisch und an den Wänden hingen Arbeitspläne, die einem zeigten, wer wie geschminkt werden sollte und in welchem Kostüm er welche Pose vor der Kamera tanzen sollte – perfekte Voraussetzungen für alle Beteiligten!
Die Fotosession am Montag-Nachmittag wurde von Silvano Ballone und Florencia Chinellato eingeleitet: Beide hatten Gelegenheit, sich kurz aufzuwärmen, dann wurden sie – dem Arbeitsplan gemäß – gekleidet, geschminkt und frisiert, ehe sie vor der Kamera von Dirk Messner tanzten. Der Dummy, den »Scholz & Friends« für diese Pose auf seinen Entwürfen verwendet hatte, war jedoch nicht so einfach nachzustellen – entweder war das Bild aus einer sehr merkwürdigen Perspektive fotografiert worden oder es handelte sich um eine Fotomontage. Florencia und Silvano mussten auf eine Hebefigur ausweichen, um diese Position – die später für das gesamte Plakat wichtig ist – nachstellen zu können. Drei Mal probierten die beiden ihre Hebefigur aus, dann wurde es ernst. Vor den kritischen Augen von der Art Directorin Alexandra Marzoll, der Verantwortlichen von »Scholz & Friends«, wurden die beiden Tänzer immer wieder dabei fotografiert, wie sie sich ihrem Tanz hingaben. Einer der vielen Zuschauer bewunderte Silvano: »Wenn ich überlege, wie schwer es mir im Fitness-Studio schon fällt, die kleinen Gewichte hochzuheben…Beeindruckend! «. Kurz nachdem ein Foto geschossen war, konnte man es auch schon auf einem Computer-Monitor betrachten und jedes Mal sammelte sich davor eine Traube, schließlich wollte jeder sehen, was aus der Aufnahme geworden war. Florencia und Silvano entwickelten durch diese Form der Kontrolle ihren ganz eigenen Ehrgeiz »Ich sollte mein Bein vielleicht noch etwas mehr nach rechts halten.« oder »Mein Rücken ist ein wenig zu weit nach hinten gedreht.« - es schien ihnen nie recht zu sei. Und so hob Silvano Florencia zwanzig Mal in die Höhe, ehe auch die beiden Tänzer mit sich zufrieden waren und endliche bemerkten, dass sie soeben Höchstarbeit geleistet hatten – der Muskelkater für den nächsten Tag war bereits programmiert, denn diese eine Pose über mehr als eine halbe Stunde immer wieder zu halten gehört auch nicht zum Arbeitsalltag von Profitänzern.
Später am Tag wartete eine Gruppe männlicher Tänzer auf ihren Einsatz: Alban Pinet, Lennart Radtke, Dao Yuan Che und Braulio Alvarez waren alle etwa zur gleichen Zeit eingetroffen, um sich gegenseitig bei den Fotoaufnahmen zu beobachten – schließlich sollten sie alle den gleichen Sprung für die Kamera machen. Doch obwohl sie alle wussten, wie man diesen Sprung tanzt, kam es zu einer großen Fachsimpelei: Wie springt man diesen Sprung auf einer Fläche von 2 X 2,5 Metern? Unterschiedliche Ansätze wurden ausprobiert und diskutiert – schließlich saß der Sprung und das Shooting konnte wieder seinen normalen Lauf aufnehmen.
Nach zwei ereignisreichen Tagen, die allen Beteiligten sehr viel Spaß gemacht haben, warten wir jetzt gespannt darauf, endlich das Endprodukt zu Gesicht zu bekommen. Die ersten Versuche, die spontan am Mac zusammengebastelt wurden, waren auf jeden Fall sehr vielversprechend!
Hallo,
ich würde so gerne die bilder sehen!! Gibt´s irgendwo schon die
Möglichkeit ??? Würde mich sehr freuen!!!!!
Lieben Gruß & in freudiger Erwartung,
Thorben.
Kommentiert von: Thorben | 27. Mai 2010 um 14:16 Uhr