von Andrea C. Röber
Unsere Tänzer Hélène Bouchet und Thiago Bordin haben den diesjährigen Benois de la Danse in Moskau gewonnen. Das ganze Ballettzentrum freut sich mit ihnen! Doch was sagen die Tänzer selbst dazu? Wie hat es ihnen in der russischen Hauptstadt gefallen? Wie waren ihre Erwartungen? Hélène verrät uns als erste, was sie erlebt hat:
»Wenn ich ehrlich bin, haben wir gar nicht erwartet, diesen Preis tatsächlich zu gewinnen. Schon gar nicht beide! Wir waren überglücklich, überhaupt nominiert worden zu sein und auf diese Veranstaltung gehen zu können. In Moskau waren wir aufgeregt wegen unseres Auftrittes, nicht wegen der Preisverleihung. Deshalb waren wir so geschockt, als dann tatsächlich unsere Namen genannt wurden!
Der ganze Aufenthalt in Moskau war wunderbar. Wir hatten leider keine Zeit, uns die Stadt anzusehen, aber das war nicht das Wichtigste. Alle Tänzer, die da waren, sind sehr wunderbare und talentierte Leute. Die Arbeitsatmosphäre hinter den Kulissen war sehr angenehm. Es war toll, all die großartigen Kollegen wieder zu sehen. Viele von den Tänzern kannte ich bereits, weil man sich immer wieder trifft, wenn man auf der ganzen Welt unterwegs ist. Es war schön, wieder einen Abend mit ihnen verbringen zu dürfen. Das habe ich auch bei meiner Rede bei der Preisverleihung gesagt: Eigentlich haben alle Tänzer, die nominiert waren, den Preis verdient. Es sind unglaublich talentierte Leute, die sehr viel mitzuteilen und auszudrücken haben.
Vor der Preisverleihung gab es eine Lichtprobe und eine Generalprobe. Wir bekamen die Gelegenheit, auf der Bühne des Bolschoi-Theater zu tanzen. Es ist wirklich ein unglaubliches Gefühl, auf so einer legendären Bühne aufzutreten. Weder Thiago noch ich hatten vorher dort getanzt. Die alte Architektur und die riesige Bühne tragen viel zu der Magie dieses Theaters bei.
Die ganze Preisverleihung fand auf Russisch statt. In Tagen davor hat man uns auf die ganze Zeremonie vorbereitet und gesagt, dass man erst die Choreografen, dann die männlichen Nominierten und zum Schluss die weiblichen Nominierten bekannt geben wird. Dieses Jahr wurde kein Choreograf nominiert, aber da keiner von uns beiden russisch versteht, wussten wir das nicht. Deshalb waren wir überrascht, als auf einmal der Name Thiago Bordin aufgerufen wurde. Ich saß ein paar Reihen vor Thiago, habe mich zu ihm umgedreht und nur noch gesagt: ›Ich glaube, dass sie dich aufgerufen haben!‹ Es ist schade, dass die Zeremonie nicht auf Kamera aufgenommen wurde, dieser Moment war unbeschreiblich! Ich war so glücklich, dass Thiago diesen Preis gewonnen hatte, aber als sie dann auch noch meinen Namen nannten, fühlten wir uns beide als Tanzpaar bestätigt. Wir haben uns überglücklich auf der Bühne umarmt. Besser hätte es gar nicht kommen können! Wir feiern gerade unser zehnjähriges Jubiläum als Tanzpaar. Dass wir zu dieser Gelegenheit auch noch beide den Prix Benois verleiht bekommen, ist wirklich ein tolles Geschenk.
Thiago und ich haben eine sehr intensive Tanzpartnerschaft, die auf intuitivem Verstehen basiert. Man kann diese tiefe Verbundenheit kaum in Worte fassen.
Für uns beide war die Preisverleihung ein großes Abenteuer. Das Wichtigste an dem Abend war aber nicht, den Benois zu gewinnen. Es war schön, überhaupt da zu sein. Die ganze Compagnie wusste vorher, dass wir nominiert waren, und hat uns gratuliert. Wir haben uns auf der Bühne in Moskau gar nicht alleine gefühlt, sondern hatten das Gefühl, die alle wären mit uns nach Russland gefahren. Es war ein sehr, sehr schönes Gefühl.
Ich möchte mich auch noch einmal bei allen für die große Unterstützung bedanken, sowohl bei denen, die mit uns gereist sind, als auch bei den Leuten, die hier in Hamburg oder in der Welt an uns gedacht haben. Danke für alles, was ihr für uns tut und mit uns tut!«
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